Stadtteil-Fest am 24. September 2016 von 14:00 – 17:00 Uhr auf dem Werner-Neben-Platz

button2Die Mitglieder-Vereine der Arbeitsgemeinschaft in Bergedorf-West und die Stadtteil-Konferenz in Bergedorf-West haben sich wieder viele verschiedene bunte Spiele und Mitmach-Aktivitäten für die Kinder im Quartier ausgedacht. Alle Kinder sind herzlich eingeladen, mitzumachen. Auch gibt es für kleines Geld zu essen und zu trinken zu kaufen. Das Fest findet in diesem Jahr zum 39. Mal statt, Schnellrechner haben herausgefunden, dass 2017 eine 40-Jahr-Feier der Arbeitsgemeinschaft Bergedorf-West e.V. vom Stapel läuft! Wir wünschen allen Nachbarn und Nachbarinnen viel Spaß !

Marianne Rissmann

AfD-Zentrum in Lohbrügge!

IMG_6885Dr. Ludwig Flocken hat sein Abgeordnetenbüro nun in Lohbrügge. Doch nicht irgendwo, sondern ausgerechnet im alten, schönen „Sander Dickkopp“. Nun gehen viele Bergedorfer, insbesondere die hier beheimateten Lohbrügger, auf die Barrikaden. Viele möchten in ihrer Nachbarschaft niemanden haben, der äußerst fragwürdige und extreme politische Ansichten vertritt. Dass dies nicht gänzlich an den Haaren herbeigezogen ist, bewies ein Auftritt des Abgeordneten in einer Bürgerschaftssitzung in diesem Jahr. Unter anderen benutzte Flocken Aussagen, wie, er hoffe „inständig, dass diese gottverdammte Religion in die Wüste zurückkehrt, aus der sie gekommen ist“. Unmissverständlich haben ihn damals alle Fraktionen verstanden und ihn des Rathauses verwiesen. Nun ist er in Bergedorf. Seine politische Arbeit wird von hier ausgehen, samt Bürgersprechstunden, Schulungen und Veranstaltungen.

Auch wenn es zum Leidwesen vieler Bergedorfer ist, wird man mit der Situation umgehen müssen. Damit nicht einverstanden sein darf man, ebenso dagegen demonstrieren, jedoch keine anderen Mittel anwenden. Unsere Aufgabe wird es zukünftig sein, auf dem politischen Wege hasserfüllte Argumente sachgerecht zu widerlegen. Vor allem vor Ort, mit guten Veranstaltungen.

Jakub Wozniak

Jedermann-Konto in Deutschland

IMG_6789Seit dem 19. Juni 2016 hat jeder Bürger in Deutschland ein Recht auf ein sogenanntes Basis-Konto. Sogar Obdachlose, auch Alylsuchende und Menschen, die mit Duldung in unserem Land leben.

Allerdings muss der Kunde sogenannt geschäftsfähig und mindestens 18 Jahre alt sein. Banken dürfen die Einrichtung eines solchen Kontos auf absoluter Guthaben-Basis nicht mehr verwehren. Alle Menschen müssen die Möglichkeit haben, am bargeldlosen Zahlungs-verkehr teilzunehmen und Bar-Ein- und Auszahlungen tätigen zu können.

Die Institute dürfen nur angemessene Kontoführungsgebühren erheben, und die Konten können nur in Ausnahmefällen gekündigt werden. Die Banken müssen vor Errichtung der Konten über die laufenden Belastungen aufklären. Die EU-Zahlungskonten-Richtlinie besagt, dass es dieses Recht auf ein Konto auch in allen EU-Mitgliedstaaten geben muss.

Marianne Rissmann

Eurokritischer Rechtspopulismus

iftikarAls Treibstoff die Fremdenfeindlichkeit nutzend, sie gar befeuernd verschieben sie die Grenzen des öffentlichen Sagendürfens und politischer Seriosität. Und ihre politische Strategie scheint aufzugehen: Mit Lügen, Hetze, aggressive Parolen mit „wir-und-die-Fremden“-Konstruktionen werden Themen besetzt, von der Boulevardpresse aufgegriffen, wiederholt und plötzlich sind sie allgegenwärtig.

So ist bspw. auch die Strategie der Brexit-Kampagne mit ihren populistischen Stilmitteln aufgegangen. Im Rahmen des Wahlkampfes wurden Fehlinformationen wiederholt, dass bspw. Großbritannien etwa 350 Millionen Pfund pro Woche an Brüssel überweisen würde. Fehlinformationen wie diese, die nachweislich verkürzt und falsch waren, sind dann Wasser auf die Mühlen der vom System Abgehängten. Und hierzulande oder in anderen Ländern wie Frankreich, den Niederlanden oder Österreich scheint der Druck von rechts einen ähnlichen Lauf zu nehmen.

Doch die EU-Skepsis muss auch sachlich diskutiert werden: So war es nicht das Anliegen der britischen Bürger, die für den Austritt aus der EU votierten, gegen ein vereintes Europa zu stimmen, sondern gegen ein intransparentes bürokratisches Konstrukt, welches im Zweifel nicht belangbar ist.

Daher dürfen Austritte aus der EU nicht die Option sein, sondern die europäische Idee, die mit dem Ziel „Nie wieder Krieg!“ begann, muss den Herausforderungen der Zeit entsprechend weitergedacht werden. Was wir benötigen ist eine transparente, unbürokratische und repräsentativ demokratisch organisierte Union mit nachvollziehbaren Entscheidungswegen. Dabei geht es nicht nur um demokratische Prinzipien im formalen Abstimmungsverfahren bei Sachfragen, sondern um die Grundfeste der Demokratie: Gerechtigkeit.

Die Ungleichheit zu Lasten der Jugend, Arbeitslosen und prekär Beschäftigten muss bekämpft werden. Die Solidarität gebietet auch eine gemeinsame Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik, denn stellt dies doch eine der größten Herausforderungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt dar. Es sind soziale Abstiegsängste, die suggerierte Konkurrenz mit Einwanderern auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt, die die Populisten zu ihren Gunsten zu nutzen wissen.

Daher muss die Union den sozialen Schutz im Mittelpunkt stellen. Die Menschen müssen einen konkreten Mehrwert durch die Politik klar erkennen können. Das Vertrauen in die europäischen Institutionen muss wiedergewonnen werden, indem sachliche Zuständigkeiten von Mitgliedstaaten und der EU klar abgrenzbar sind. Es muss für den Bürger der Adressat für ein Problem erkennbar sein und Entscheidungen müssen auch klar einer Ebene zugerechnet werden können. Zudem ist das Demokratiedefizit abzubauen, das Europäische Parlament muss in seinen Kompetenzen aufgewertet und die Kommission kontrollierbarer werden, sodass alle Entscheidungen berechenbar und nachvollziehbar sind.

Iftikar Malik

Situation im Quartier

10369063_309234502578772_3673962683327349605_oLiebe NachbarInnen in Bergedorf-West, an jedem 2. Donnerstag im Monat stehen wir, der SPD – Vorstand in Bergedorf-West, an unserem Stand am Werner-Neben-Platz um Sie zu informieren und mit Ihnen zu diskutieren. Allerdings fällt mir dabei auf, dass es in den Gesprächen immer weniger um die Belange unseres Quartiers, sondern hauptsächlich um Bundes – und Weltpolitik geht. Natürlich berührt uns alle, was da zum Teil Schlimmes und Unfassbares geschieht, und dass wir dabei mehr oder weniger hilflos zusehen müssen. Sicher entstehen bei diesen schrecklichen Nachrichten auch große Ängste, dass uns Ähnliches geschehen könnte und es ist auch richtig, wachsamer durch diese Zeit zu gehen. Trotz aller berechtigter Zweifel und Ängste sollten wir uns davon nicht beherrschen und antreiben lassen.

Es hat schon manchmal den Anschein, als würden wir allzu leicht unsere Ängste auf die Geflüchteten hier bei uns übertragen und ihnen unterstellen, sie könnten schlimmes mit uns vorhaben. Aber ist es nicht vielmehr so, dass die zu uns Geflüchteten nicht in erster Linie aus wirtschaftlichen Gründen zu uns gekommen sind, sondern gerade wegen des Krieges, Verfolgung und Angst um ihr Leben aus ihrer Heimat geflohen sind? Für sie geht es hauptsächlich darum, für sich und ihre Kinder Schutz zu suchen und nach langer Flucht endlich ein Leben in Frieden führen zu können. Und diese Menschen sind unendlich dankbar dafür, ihr Trauma beenden zu können und hier ohne Angst leben zu dürfen.

Natürlich wird auch von ihnen erwartet, dass sie sich bei uns integrieren, die Sprache lernen und unsere Gesetze achten. Wir sollten aber nicht vergessen, dass Integration keine Einbahnstraße ist und wir, wenn wir ein gutes und friedliches Zusammenleben fördern wollen, auch auf sie zugehen müssen. Auch sollten wir dabei berücksichtigen wo und wie sie vorher gelebt haben und dass eine so krasse Lebensumstellung nicht von heute auf morgen geschehen kann.

Lassen Sie uns bitte auch Zeit, die Geflüchteten besser kennen zu lernen, besser zu verstehen und ohne Angst mit ihnen zu leben. Es gab da mal einen Film über einen Migranten aus Nordafrika mit dem Titel „Angst essen Seele auf“. Vielleicht sollten wir darüber nicht nur nachdenken, sondern keinesfalls zulassen, dass so etwas mit uns passiert, denn so kann man auf Dauer nicht leben.

Jetzt und in der nächsten Zeit haben wir Gelegenheiten uns näher zu kommen. Kommen Sie doch einfach am 26.08. von 15 – 18.00 Uhr zum „Dinner in West“ und am 24.09. zum „Fest in West“ auf dem Werner-Neben-Platz und feiern sie gemeinsam mit uns eine gute Nachbarschaft. Wir sehen uns – bis bald…

Edgar Rehberg

StadtRad-Leihsystem nun auch in Bergedorf-West

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Seit knapp 2 Monaten gibt es sie nun auch in Bergedorf – an sechs Stationen stehen die insgesamt 114 feuerroten Stadträder für die Bergedorfer zur Verfügung: An der Vierlandenstraße, vor dem Rathaus, am Lohbrügger Markt, am S-Bahnhofs Bergedorf (Lohbrügger- Ausgang), am S-Bahnhof Allermöhe, und auch in unserem Quartier: am S-Bahnhof Nettelnburg, Friedrich-Frank-Bogen. Als letzter Bezirk Hamburgs ist Bergedorf nun auch an dem öffentlichen Fahrradleihsystem angeschlossen, welches deutschlandweit zum Erfolgreichsten zählt und sich großer Beliebtheit erfreut. Beliebt ist das Konzept dahinter: Nach kostenloser Nutzung der ersten 30 Minuten ist lediglich 8 Cent pro Minute, für HVV-Kunden 6 Cent pro Minute zu zahlen. Das Stadtrad kann an den sechs genannten Terminals in Bergedorf geliehen und an einem beliebigen der knapp 200 Terminals in Hamburg zurückgestellt werden. Wir freuen uns, dass Bergedorf und auch unser Quartier nun über ein Ausleih-Terminal verfügt. Das Leihsystem ist eine sinnvolle Ergänzung im Verkehrsmix, steigert die Mobilität des Einzelnen und ist auch noch klimafreundlich. Es ist auch ein wichtiger Schritt für den Umbau Hamburgs zur „Fahrradstadt“. Es ist zu erwarten, dass bei reger Nutzung das Fahrradleihsystem noch weiter ausgebaut werden wird. Hierfür erscheint allerdings die Suche nach geeigneten Flächen für die Terminals etwas problematisch. Für die Bergedorfer Stationen wurden beispielsweise fünf weitere Standorte geprüft. Sie kamen aber nicht infrage, weil für ihre Herrichtung Bäume hätten gefällt werden müssen.

Iftikar Malik

Von der Einreise bis zur Einbürgerung

Von der Einreise bis zur Einbürgerung – Ein langer und steiniger Weg.
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Unser Vorstandsmitglied Salma Dostyar hat nach langer Zeit des Wartens die Deutsche Staatsbürgerschaft erworben. Edgar Rehberg, stellvertretender Distriktsvorsitzender hat mit ihr über ihre Erfahrungen gesprochen:

E.R.: Guten Morgen Salma, wir haben heute einen ganz besonderen Anlass über dein Leben in Deutschland zu sprechen. Wir, die Genossinnen und Genossen in Bergedorf-West, möchten dir ganz herzlich zur frisch erworbenen Deutschen Staatsbürgerschaft gratulieren. Über den Weg dahin würde ich Dir gerne einige Fragen stellen. Bist Du dazu bereit?

S.D.: Ja gerne. Ich kann es noch nicht fassen, dass es endlich geklappt hat.

E.R.: Wann bist du zuerst nach Deutschland gekommen und welchen Status hattest du damals?

S.D.: Mein Mann und ich sind am 02.09.1996 mit einem Geschäftsreise-Visum aus Kabul/Afghanistan über Pakistan eingereist.

Wir hatten damals einen Teppichhandel mit orientalischen Teppichen, wollten hier das Geschäft aufbauen und wieder zurück in die Heimat. Irgendwie war es aber auch schon eine Flucht vor den Mojahdin und Taliban.

E.R.: Wie ging es dann weiter?

S.D.: 1998 wurde das Geschäft durch unseren Geschäftsführer aufgelöst und vom Oktober d.J. waren wir von Abschiebung bedroht, da wir nunmehr nicht als Geschäftsleute, sondern als Flüchtlinge hier waren. Aber an eine Rückkehr nach Afghanistan war wegen der Verfolgung durch die Taliban nicht mehr zu denken. Für die Taliban waren wir schon viel zu westlich ausgerichtet und hatten dort nicht nur Verfolgung, sondern auch um unser Leben zu fürchten. Also lebten wir ab jetzt nur noch mit einer Duldung in Deutschland.

E.R.: Du hast einen 15 jährigen Sohn. Was wurde denn mit ihm? Und wie ging es mit dir weiter?

S.D.: Unser Sohn wurde 2001 geboren. Es wurde für uns immer schwieriger. Mein Mann und ich wurden 2009 geschieden und bis auf den Unterhalt für den Sohn gab es von ihm keine Unterstützung. Neben dem Deutschunterricht (bis Stufe C 1) fing ich schon früh mit ehrenamtlicher Arbeit an. Ich habe u.a. Motivationskurse und Computerkurse für Migranten und deutsche Senioren geleitet, habe dabei auf 400,- € Basis in einer Im – und Exportfirma im Hafen sowie als Kassiererin in einer Tankstelle gearbeitet und auch in einer privaten Firma. Ständig war und bin ich bis heute als Übersetzerin und Behördenbegleiterin für Migranten unterwegs und war immer auf der Suche nach einem ständigen Arbeitsplatz. Da ich aber immer nur eine begrenzte Aufenthaltserlaubnis hatte, wurde ich auch nur befristet eingestellt. Oft war ich verzweifelt wie es am nächsten Tag weitergehen sollte. Aber es gab auch viel positives. Ich habe viele deutsche Freunde kennen gelernt die mich unterstützten und  mir bis heute zur Seite stehen. Ich weiß nicht, was ich ohne sie gemacht hätte. Wenigstens wurde mein Sohn 2015 deutscher Staatsbürger – das war schon ein Glück für uns.

E.R. Mir ist bekannt, dass du dich in vielen Hilfsorganisationen und Flüchtlingsunterkünften für die Menschen,gleich woher sie kommen, einsetzt. Das musste doch auch irgendwann honoriert werden und dir Anerkennung zu Teil werden. Wann hat man denn etwas für dich getan?

S.D. Ja, so langsam ging etwas. Im Mai und Juni 2015 konnte ich als Kulturmittlerin in der Klara-Grünwald-Schule arbeiten. Leider ging es nicht länger, da die Schulbehörde mich nicht übernehmen konnte. Auch wurde meine ehrenamtliche Arbeit jetzt anerkannt. Ich war für den Bürgerpreis nominiert und mir wurde eine Ehrenurkunde für meine ehrenamtliche Arbeit überreicht und habe jetzt auch endlich eine Festanstellung als Kulturmittlerin in der Stadtteilschule Bergedorf.  Aber ich wollte mich auch politisch betätigen, bin Mitglied der SPD geworden arbeite sehr gerne mit dem Vorstand in Bergedorf-West zusammen und beteilige mich auch gerne beim monatlichen Info-Stand. Ach ja, inzwischen wurde ich auch in den Integrationsbeirat gewählt und hoffe, ich kann mehr als bisher Einfluss auf die Integrationsarbeit in Bergedorf nehmen .

E.R. Da muss es ja wirklich eine große Erleichterung sein, dass du dich jetzt als Neubürgerin auf ein ruhigeres Leben einstellen kannst und die ständigen Befürchtungen, hier nicht bleiben zu dürfen, endlich verschwinden.

DS. Ja, ich bin dankbar und erleichtert und kann jetzt endlich ohne Angst leben und für mich und meinen Sohn planen. Vor allem aber danke ich meinen Freunden, die immer zu mir gehalten haben.

Sobald ich meine Urkunde habe, werden wir das auch ein bisschen feiern.

E.R. Wir freuen uns  mit dir und sind stolz darauf, einen Menschen wie dich in unserer Mitte zu haben. Für deine Zukunft wünschen wir dir nicht nur Gesundheit, Glück und Erfolg, sondern auch ein neues Lebensgefühl in dem auch ganz viel Freude vorkommt.

Sommerpause!

Im Sommer freuen sich viele Menschen auf ihre Sommerferien. Nicht anders ergeht es Politikerinnen und Politikern. Die sogenannte „politische Sommerpause“ entlässt viele Parlamentarier in die Sommerpause. Unser Ortsverein der SPD Bergedorf-West tagt allerdings jeden Monat, auch über die Sommerpause hinweg, und debattiert über politische Themen im Distrikt. Schließlich möchten auch wichtige Themen auch während der Urlaubszeit besprochen werden. In Bergedorf-West gibt es wahrlich Einige. Und so trifft sich der Vorstand der SPD Bergedorf-West, trotz Sommerpause, monatlich weiterhin, um diverse Themen, wie beispielsweise die Thematik Bürgerhaus „Westibül“, der Erstunterkunft in Bergedorf-West oder mögliche Wohnprojekte, im Fokus zu behalten. Auch unser monatlicher Infostand findet zu gewohnter Zeit statt, damit die Fragen unser Einwohnerinnen und Einwohner in Bergedorf-West beantwortet werden. Diese unerlässliche politische Arbeit vor Ort macht uns zu dem, was wir sind. Zu einer Partei, die vor Ort für politische Fragen ein offenes Ohr hat, und zwar zu jeder Zeit.

Ihr Jakub Wozniak

Politisches Kaffeetrinken: Ein Rückblick

EZU6X-NPB-5224705-miniAm Sonntag, den 22.05.2016 lud die SPD Bergedorf-West erneut zum Politischen Kaffeetrinken im Bürgerhaus Westibül ein. Das Thema war das Leben und Wirken des Altbundeskanzlers Helmut Schmidt. Hierfür wurden Zeitzeugen geladen, die dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis Bergedorf und späteren Bundeskanzler – Helmut Schmidt – nahestanden. Diese waren:

Dr. Rolf Niese, promovierter Mathematiker und Mitglied der Bezirksversammlung Bergedorf, ehemaliger Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Bergedorf. Er zog als Nachfolger von Helmut Schmidt in den Bundestag ein. Des weiteren Peter Walter, ehemaliger persönlicher Referent des Bundeskanzlers Helmut Schmidt und späterer Geesthachter Bürgermeister.

Beide Referenten haben den Altbundeskanzler persönlich, sowie politisch begleitet und konnten selten gewährte Einblicke über den Weg des Altbundeskanzlers ermöglichen. Bei strahlendem Wetter erzählten die beiden Referenten allerhand Anekdoten von ihrem persönlichen Werdegang mit und bei Helmut Schmidt.

Angefangen bei Rolf Niese im Juso-Alter und seinen ersten Kontakten zu Helmut Schmidt, welche anfangs eher auf einem angespannten Verhältnis beruhten, denn Rolf Niese scheute sich nie seine Meinung offen zu bekunden. Rolf Niese berichtete von mehreren Vorfällen, bei denen er seine Kritik an Helmut Schmidt äußerte und prompt – aber ungewöhnlich – eine persönliche Antwort von ihm bekam. Er erinnerte sich auch an Vorkommnisse bei denen er den Bundeskanzler a.D. auch in kritischen Situationen begleitet hat. Dazu gehörten Rangeleien im Juso-Raum (nun Rolf-Niese-Raum), aber auch ganz persönliche und menschliche Momente. Unter anderem auch das letzte Treffen der beiden, bei welchem Helmut Schmidt ihm – Rolf Niese – das „Du“ angeboten hat, für den bedeutenden Hamburger überaus selten.

Die Veranstaltung wurde jedoch nicht nur von Rolf Niese, sondern auch von dem späteren Geesthachter Bürgermeister Peter Walter begleitet. Er erzählte, trotz angeschlagener Gesundheit sehr tapfer und wertvoll, wie Helmut Schmidt sein Leben prägte. Angefangen mit einem Job bei dem damaligen Superminister (Finanz- und Wirtschaftsminister) Schmidt, bis hin zu seinen Zeiten als persönlicher Referent, hatte Peter Walter nicht nur die Aufgabe Schmidts Aktentasche von A nach B zu transportieren und auf Dienstreisen Begleitung zu bieten, sondern auch in jeder Situation beratend und helfend dem Bundeskanzler a.D. zur Seite zu stehen. Besonders hervorstehend auch hier der „Ritterschlag“ von Helmut Schmidt, der eine besondere menschliche Komponente für Peter Walter besaß. Wie das „Du“ eine äußerst intime Angelegenheit, welche nicht viele Menschen von diesem so bedeutungsvollen Hamburger bekamen.

Alles in allem war dieses gut besuchte Politische Kaffeetrinken ein voller Erfolg. Den Zuhörerinnen und Zuhörern wurde ein sehr guter Einblick in das  gegeben.

Alexander Schmitt

Bundespräsidentschaft

10369063_309234502578772_3673962683327349605_oZwar wurde es allenthalben bereits erwartet, aber nun ist es tatsächlich so eingetroffen.

Unser allseits beliebter und zumindest überall respektierter Bundespräsident verzichtet auf eine zweite Amtszeit. Für viele Menschen bei uns in Deutschland ist dies sicher eine Enttäuschung, hatte man doch gehofft, den seit langem besten Bundespräsidenten noch eine weitere Amtszeit halten zu können. Sicher kann es auch zu seiner Amtsführung unterschiedliche Meinungen geben, aber man muss seine Entscheidung, Rücksicht auf seine Gesundheit nehmen zu wollen und wohl auch zu müssen, wohl oder übel akzeptieren. Herr Gauck, meinen Respekt!

Aber kaum ist die Nachricht verkündet – und zum Teil auch schon vorher – schießen alle Spekulationen über evtl. Nachfolger ins Kraut.

Es ist allerdings nicht so ganz klar, ob die genannten Kandidaten ihren Hut selbst in den Ring

geworfen haben. Alle in der Presse gemachten Vorschläge beziehen sich ausschließlich auf Politiker

der beiden größten Parteien – im Übrigen ohne große weibliche Beteiligung. Da kommt doch die Frage auf, ob es wirklich immer so nach Schema F weiterlaufen muss, oder ob man sich über das gesamte Wahlprocedere neu verständigen müsste. Bisher hat lediglich die Bundesversammlung, bestehend aus den Abgeordneten des Bundestages und den Vertretern der Bundesländer, das Recht, den Bundespräsidenten zu wählen. Was spricht eigentlich dagegen, eine Änderung herbeizuführen und die Wahl von wahlberechtigten BürgerInnen durchführen zu lassen? Und warum gibt es keine Vorschläge für KandidatInnen ohne politischen Hintergrund? Es lassen sich doch bei genauerem Hinsehen sicher geeignete oder sogar geeignetere Menschen für dieses hohe Amt finden.

Ich jedenfalls hätte da einen Vorschlag, den sicher so mancher unterstützen könnte. Vielen von uns ist die ehemalige Bischöfin Margot Kässmann ein Begriff. Von ihrem Wissen, ihrer Bescheidenheit, ihrem Umgang mit Menschen, ihrem Durchsetzungsvermögen und ihrer Überzeugungskraft könnte auch die Politik profitieren – vor allem aber wir, das Volk.

Aber natürlich wäre dafür ein Umdenken erforderlich – ob das wohl geht!?

Edgar Rehberg